Modellgeschichte

1966

Mercury Logo General Motors

Mercury Logo auf General Motors Building

Mercury trieb die Promotion des bald erscheinenden Cougar mit Aktionen wie dem „Cougar-Burger“ und dem „Cougar-Wein“ zielstrebig voran. Aber der größte Clou war, dass Ford eine Projektion mit Scheinwerfern (komplett mit dem Cougar-Logo) auf das GM Building in Detroit richtete!

1967 – 1970

Der Cougar der ersten Generation wurde als Luxusmodell im Euro-Style entworfen. Es wurde dann auch bekannt als Mercury Cougar (1966–1970)“großer Vetter des Mustang”, da er auf dem etwas vergrößerten Chassis des Mustang basierte. Eigentlich hätte es für den Cougar nie wirklich die Gelegenheit gegeben, aus eigenem Antrieb zu glänzen. Aber für die Eingeweihten (nämlich den Mercury-Fans) war der Cougar genau das richtige Auto genau zur rechten Zeit.
1967 wurde der Cougar 150,000 mal verkauft und bekam den Titel “Motor Trend Car of the Year”. Die Modelljahre 1967-68 waren identisch und die 1969-70´er Autos wurden etwas mehr angepasst. Sein erschwinglicher Preis sorgte für große Popularität und reissenden Absatz. Ganz besonders als das Kabriolett 1969 erschien. Alle mögliche Farben und Extras, die gewünscht wurden, waren verfügbar. Alle Cougars dieser Ära zeichneten sich durch die futuristisch nebeneinander liegenden Drehschalter und die verborgenen Scheinwerfer, die sich mit dem Lichtschalter öffneten, aus. Die Modellpalette schloss die auch heute noch populären XR7, GT-E und XR7-G ein, wie auch den Eliminator. Der Cougar hatte sehr gute Absatzzahlen in der vom Trans-Am geprägten Periode. Der Cougar wurde mit einem V8-Motor gebaut, vom 289 V8 bis zum 429 Cobra Jet-Boliden. Einige frühe Cougars hatten auch noch dieselbe Maschine wie der Mustang.

1971 – 1973

1971 wurde die Wildkatze größer und behielt die Richtung bis 1973 weiter bei, mit weicheren Rundungen und feststehenden Scheinwerfern. Mercury hatte jetzt begonnen, den Cougar weg von seinem Leistungserbe in Richtung eines Luxusmodells zu verändern. Standardmäßig war die einzige Maschine der 351 V8. Der Cougar hatte sich etabliert, aber mit der abzusehenden Energiekrise, steckte Ford keine weiteren Mittel mehr in die Weiterentwicklung. Die Verkäufe sanken stetig jedes Jahr.

1974 – 1976

Mercury CougarWegen der Energiekrise und zunehmend strengeren Emissionsgesetze der Regierung, hatte der Cougar seine liebe Mühe, sich am Markt zu halten, vor allem wegen seinem 4600-ccm-Motor. Die Katzen jener Modellreihe basierten auf der LTD II /Mercury Montego Plattform, und waren, bis auf die Frontpartie, Clone dieser Wagen. Detroit Iron befand sich nun in einer Zwickmühle: Der Geschmack der Zeit verlangte große Autos, aber mit der Energiekrise wollten die Amerikaner auch sparsamere Autos. Jedoch eine Neuentwicklung des Cougars würde einige Jahre dauern.

 

1977 – 1979

Mercury Cougar (1976–1979)Die „Kanten-Jahre“ – nirgendwo mehr Rundungen! Nun auf Thunderbird-Basis, genoss der Cougar 1978 sein bisher bestes Verkaufsjahr, wo 213.000 Stück verkauft wurden. Weiterhin verfügbar mit dem 302 und auch dem 351 V8. Zu erwähnen sein hier auf jeden Fall die 3-teiligen Rücklichter und die höckerige Kofferraumklappe; Stilelemente, die 1983 wieder auftauchten.

1980 – 1982

Während dieser Zeit war der Cougar wirklich nicht mehr ein Cougar – mehr ein Fox Zephyr mit einem Cougar Emblem. Das neue Chassis wurde vom Fairmont/Zephyr übernommen, mit MacPherson Federn und steiferem Aufbau. Jedermann bei Ford erklärt, dass der Cougar und der Thunderbird ihre Eigenständigkeit für diese 3 Jahre verloren hätten. Die Cougars waren kürzer und leichter als die vorhergehenden Katzen. Diese Wagen wurden mit den ersten 4-Zylinder in der Cougar-Hisotrie und dem V6-Motor angeboten. Der XR7-Zweitürer und der Thunderbird waren eigentlich Zwillinge, und die anderen Modelle wurden ebenfalls direkt aus anderen Ford-Modellen übernommen und als “Cougar” neu gelabelt , wobei sie in Wirklichkeit eigentlich Zephyrs waren.1981 wurde ein 4-Türer-Cougar angeboten, und 1982 es gab ebenfalls einen – es stimmt wirklich – einen Cougar-Kombi, voll mit künstlichem Holzdekor. Wie erwartet, waren die Verkäufe auf einem Tiefststand und es würde ein wirkliches Wunder brauchen, um dem Cougar neues Leben einzuhauchen.

1983 – 1986

Mercury Cougar (1985–1986)Und was für ein frischer Hauch es war! Weiter auf der Fox Plattform, aber um einiges kürzer, wurde der Cougar jetzt ein Verkaufsschlager. Bekannt als “Aero-Cat”, entwarf Ford ein Modell, mit weichen gerundete Ecken und den vorher erwähnten Stilelementen, um an Cougargeschichte anzuknüpfen. Die Verkäufe gingen stetig nach oben und hatten ihren Höhepunkt 1986 mit über 135.000 Stück. Auch der Cougar XR7 wurde mit einem kraftvollen Turbo-4-Zylinder wieder belebt.

1987 – 1988

Ford wollte natürlich die Modellführung beibehalten, die sie Mitte der 80´er inne hatten, so überarbeiteten sie die Katze 1987 mit geradem Glas und Scheinwerfern, behielten jedoch das grundlegende Design bei. Eigentlich ist dies ein Modell aus 1986, aber Ford wollte mit dem Verkaufsschlager aus dem vorherigen Jahr mehr Profit machen, so wurde die neue “Aero-Cat” bis zum Jahr 1987 zurückgehalten. Dieses begründete Fords neue Strategie der 2jährigen Zyklen (mehr oder weniger) für den Cougar. Seit der komplett neue Cougar 1989 vorgestellt wurde, hinterließ der Cougar – wegen seiner kurzen 2-Jahres-Modell-Taktik – einen bleibenden Eindruck bei den Käufern. Für den 20. Geburtstag, hat Mercury ungefähr 5,000 Editions-Modelle verkauft, bevor diese überhaupt hergestellt waren! Leider entsprechen die Verkäufe nie wieder denen dieser Ära.

1989 – 1990

Da Ford gute Gewinne mit den vorhergehenden Cougar erzielt hatte, entschied sich Ford, ein Glücksspiel zu wagen und die Katze 1989 zu erweitern. Die neue MN-12-Plattform kommt ebenfalls vom Thunderbird und 1993-1998 letztendlich vom Mark VIII. Eine neue unabhängige hintere Aufhängung, vordere Aufhängung SLA und ein sehr steifes Chassis lieferten eine großartige Plattform, wirklich eine der besten auf der Welt. Das Styling war mehr geglättet und die Haube wurde tief nach unten gezogen. Die eigentliche Neuerung war, dass der XR7 einen nagelneuen komprimierten 3,8 V6-Motor hatte, der mit dem sehr seltenen 5-Gang-Getriebe bestellt werden konnten. Der Basis-LS-Cougar hatte den Standard-V6-Motor. Diese 2 Jahre waren bis dahin die einzigen Jahre in der Cougargeschichte, wo die V8-Maschine nicht angeboten wurde, weil der Standard 5,0 V8 nicht unter diese drastisch abgesenkte Motorhaube passte. Aber die Ford-Ingenieure versprachen, dass die 5,0-Maschine in Planung wäre: es war offensichtlich noch zu früh für dieses Modell, denn dieses Coupé war ein wenig schwerfällig.

1991 – 1992

Der HO 5.0 war schließlich da und die 200 PS die er lieferte, waren stark genug für seine 3.500 Pfund. Das Kätzchen bewegte sich. Das Exterieur wurde mit einem trapezförmigen Grill, katzenförmigen Scheinwerfern, einer gelochten Front überarbeitet, und weiteres umfassendes Trimming fand statt. Der XR7 verlor den Supercharged-V6 bekam den HO 5.0 als Standardmotorisierung. Den V8 bekam man gegen Aufpreis bei den LS-Modellen. Auch 1992 wurde ein 25th-Anniversary-Modell produziert, in dunkelgrüner Lackierung (welches bei den Cougarinhabern zu der Zeit ziemlich umstritten war) und speziellem Interieur und Rädern. Genau wie bei den 1987´er Editions-Modellen, wurden nur rund 5000 Stück produziert.

1993

Dies war ein durchschnittliches Jahr für die MN-12. Im Zuge der Kostenreduzierung (Einheitspreis), wurde das LS-Modell fallen gelassen, und alle Cougars gab es nur noch als XR7; jedoch waren allesamt nicht die leistungsorientierten XR7, der vorherigen Jahre. Das Styling war das gleiche, wie auch bei den 1991-1992 Modellen, ausser den Türgriffen und Spiegeln in Wagenfarbe, eine Dachüberarbeitung sowie neuen Rädern. Die Verkäufe fingen wegen der Einpreisstrategie und des Händleransporns auch an, zu steigen. Dies sollte jedoch das letzte Jahr für den V8-Motor in einem Mercury Cougar sein.

1994 – 1995

Die große Neuerung war, dass der 5.0 gegen einen technisch hoch entwickelten 4.6 SOHC-Motor ausgetauscht wurde. Ein neues, elektronisch gesteuertes Getriebe (4R70W) erschien gleichzeitig mit dem neuen Motor. Und schließlich, bekam der Cougar ein brandneues Interieur, welches eins für die Geschichtenbücher sein sollte – absolut schön in Funktion und Ausführung. Ein neuer Grill, Rücklichter und trimmen haben auch geholfen, diesen Cougar von allen neueren Coupés wohltuend zu unterscheiden. Styling war zu der Zeit keines auf dem Markt, und der Wunsch einen dieser Cougars zu besitzen, sollte gestärkt werden (besonders bei den 4,6-L-Autos).

1996 – 1997

Mercury Cougar (1996–1997)Nachdem Ford 7 Jahre vernachlässigt hatte, den Cougar grundlegend zu modernisieren, entwarf Ford hierauf eine neuere verkürzte Front für den Cougar mit Composite-Scheinwerfern im Juwel-Look. Ebenso wurde 1997 auch ein Sport Modell mit einem Heckspoiler produziert. Ford ließ auch ein Sondermodell zum 30. Geburtstag herstellen. Teils um die Tradition fortzusetzen und teils um noch ein begrenztes Editionsmodell zu verkaufen, bevor das laufende Modell eingestellt wird. Die Nachfrage war aber so stark, dass eine zweite Auflage von dem Sondermodell produziert werden musste. Wie auch immer, Nostalgie war nicht annähernd genug, um den Cougar, Thunderbird und Mark VIII vor dem Untergang zu retten. Der schnelle Aufstieg von SUVs, der sinkende Heckantriebsmarkt und die allgemeine Richtung der Ford Motor Company besiegelte das Schicksal der großen Katze. Jedoch kamen Gerüchte von einer Wiedergeburt als frontangetriebener Cougar auf.

1998 – 2000

Vorgestellt auf der 1998´er internationalen Detroit Motorshow, wurde das neue Cougarcoupe auf der frontangetriebenen Contour-/Mystique-/ Mondeo- Cdw27 Plattform gebaut. Offizieller Verkaufsstart war am 07. Mai 1998. Die Basismaschine war ein Zetec 2,0 l 16V 4-Zylinder mit 130 PS, oder wahlweise der Duratec 2,5 l 24V 6-Zylinder mit 170 PS. Das 5-Gang-Getriebe war ebenfalls wieder zurück. Ford scheute bei diesem Auto offensichtlich keine Anstrengungen, u. a. mit neuen Airbags, Seiten-Airbags und ABS. Ford erhielt auch nicht seine eigene U.S. Version – es war ein „Nur-Mercury-Auto“ (obgleich es in Europa als Ford Cougar bekannt wurde). Das Coupé wurde größtenteils komplett für das Modelljahr 2000 übernommen.

2001 – 2002

Das 2001´er Modell-Jahr brachte nochmals ein kleines Facelift des Cougar mit sich, mit neuen vorderen Scheinwerfern, neuen Stoßdämpfer, neuen Spoilern, mehr Räderauswahl und einem aktualisierten Interieur. Lange gab es ein Gerücht, das ein leistungsorientiertes Modell des Cougar S im Frühjahr 2001 erscheinen würde, aber sehr früh im Modelljahr stellte Ford die Überlegungen wieder ein. Stattdessen boten sie zwei Variationen für ein halbes Jahr an:
Den Zn (Zink), passend in gelber Lackierung und den C2. Beide Modelle hatten verbesserte Fahrwerke und Interieurs, aber es gab keine Leistungssteigerungen. 2002 wurde das Zn-Modell eingestellt, aber das C2-Modell blieb. Ein neues Modell, der XR, wurde noch als Limited-Edition vorgestellt (davon wurden lediglich 3000 Stück produziert).

Überraschend gab es dann noch ein 35th-Anniversary-Sondermodell. Auf gerade mal 3000 Stück begrenzt und in Schwarz, Rot oder Silber erhältlich, bekam diese Sonderausgabe einzigartige 17”-Räder, besondere 35th-Embleme, Emblem-Stickerei auf den Sitzen und den Fußmatten, einen Heckflügel und eine Hutze auf der Motorhaube.

Letzter Cougar

Letzter Cougar

Noch einmal hat die Mercury die Produktion des Cougar eingestellt und am 30. August 2002 lief der letzte von über 230.000 produzierten Cougar´s vom Band. Abstürzende Verkaufszahlen, ein geänderter Markt, mehr Konkurrenz und nicht genügend neue Modelle sind die Gründe, warum Mercury das Coupé wieder eingestellt hat.

Leider wird Mercury auch nie wieder ein anderes Cougarmodell auf den Markt bringen, da die Marke in 2011 aufgelöst wurde. Sehr schade ….